Beratung · Embedded C/C++

Hardwarenahe Systeme — vom Schaltplan bis zum Feldbetrieb

Embedded-Systeme verbinden Software mit physischer Welt: Industriesteuerungen, Energiezähler, Medizingeräte, IoT-Gateways. Wir begleiten solche Projekte von der ersten Machbarkeitsstudie über Hardware-Auswahl, Board Support Package und Treiber-Entwicklung bis zu Sicherheit, Zertifizierung und dem Betrieb im Feld — und führen bei Bedarf auch Reverse Engineering bestehender Hardware durch.

Warum Embedded?

Embedded-Systeme sind allgegenwärtig — vom Industriecontroller über medizinische Geräte und intelligente Energiezähler bis zu IoT-Gateways im Feld. Mit Industrie 4.0, Smart Metering, eHealth und vernetzter Mobilität wächst die Bedeutung kontinuierlich, und damit auch die Anforderungen an Zuverlässigkeit, Sicherheit und Lebensdauer.

Anders als reine Software-Projekte erfordern Embedded-Vorhaben das parallele Verständnis von Hardware, Betriebssystem, Netzwerk-Stack und Anwendungslogik. Echtzeitanforderungen, Energie-Budgets, knappe Speicherausstattung sowie Sicherheits- und Funktionssicherheits-Standards (BSI IT-Grundschutz, IEC 62443, IEC 61508, ISO 26262) prägen die Entwicklung von Anfang an.

Wir begleiten Projekte über den gesamten Lebenszyklus: Anforderungsanalyse, Risikobewertung, Hardware- und Plattform-Auswahl, BSP- und Kernel-Arbeit, Treiber-Entwicklung, Update-Konzepte für den Feldbetrieb und die Vorbereitung auf branchenspezifische Zertifizierungen.

Determinismus

Direkte Hardware-Kontrolle, garantierte Antwortzeiten, vorhersagbares Verhalten — entscheidend für Steuerungs- und Sicherheitsanwendungen.

Lebenszyklus

Embedded-Geräte laufen oft 10–20 Jahre im Feld. Wartbarkeit, Update-Fähigkeit und Langzeit-Verfügbarkeit der Komponenten sind zentral.

Wirtschaftlichkeit

BOM-Kosten und Energiebedarf gehen direkt in das Geschäftsmodell ein — die Hardware-Auswahl ist eine kommerzielle Entscheidung.

Standards

BSI, IEC 62443, IEC 61508, ISO 26262, FDA — je nach Branche zwingend, mit Auswirkung auf Architektur, Prozesse und Dokumentation.

Hardware-Plattformen

Wir kennen die gängigen Hardware-Familien aus eigener Projektpraxis und wählen — oder bewerten — die richtige Plattform anhand der konkreten Anforderungen an Performance, Energie, Schnittstellen und Lieferzeit.

Anwendungsprozessoren (Linux)

ARM Cortex-A · x86-Embedded · RISC-V

Leistungsfähige SoCs für IoT-Gateways, Industriesteuerungen, Medien- und HMI-Geräte. Vertreter sind NXP i.MX, Rockchip, Allwinner, NXP Layerscape und Raspberry Pi Compute Modules. RISC-V (etwa Allwinner D1, SiFive) kommt zunehmend als offene Alternative ins Spiel.

Typische Einsätze

Linux-basierte Geräte mit Bildschirmen oder komplexen Netzwerk- und Anwendungs-Stacks; Edge-Computing-Knoten; Plattformen, die einen Yocto- oder Buildroot-basierten Software-Stack erfordern.

Mikrocontroller (Bare-Metal / RTOS)

ARM Cortex-M · ESP32 · Nordic NRF

Energieeffiziente Mikrocontroller für sensornahe Steuerung, Funk-Knoten und batteriebetriebene Geräte. Im Einsatz: STM32, NXP Kinetis, ESP32, Nordic NRF — meist mit FreeRTOS, Zephyr oder direkt Bare-Metal.

Typische Einsätze

Sensorik, Aktorik, Funkknoten (BLE, LoRa, Zigbee), batteriebetriebene Geräte mit Jahren an Lebensdauer; Echtzeitanforderungen unter zehn Mikrosekunden.

FPGA und SoC mit Hardware-Logik

Xilinx Zynq · Intel Cyclone

Wenn parallele Datenverarbeitung, deterministische Latenzen oder konfigurierbare Hardware-Logik gefragt sind, kommen FPGAs ins Spiel — meist als Hybrid-SoC mit ARM-Kern und programmierbarer Logik auf demselben Chip (Xilinx Zynq, Intel Cyclone).

Typische Einsätze

Bildverarbeitung, Hochgeschwindigkeits-Schnittstellen (industrielles Ethernet, EtherCAT), Signalverarbeitung, sicherheitskritische Steuerungen mit Hardware-Redundanz.

Schwerpunkte unserer Arbeit

Vier abgrenzbare Themenblöcke, die wir je nach Projekt einzeln oder kombiniert übernehmen.

Systemarchitektur und Machbarkeit

Konzeptphase eines Embedded-Vorhabens — fundierte Entscheidungen, bevor Geld in Hardware fließt.

  • Analyse und Bewertung von Produktanforderungen
  • Risikobewertung und Machbarkeitsstudien
  • Auswahl von Hardware und Plattform anhand funktionaler und kommerzieller Kriterien
  • Definition einer Linux- oder RTOS-basierten Systemarchitektur
  • Bewertung von Open-Source-Komponenten — Lizenz, Community, Langzeit-Pflege
  • Update- und Wartungsstrategien für den Betrieb im Feld

BSP, Treiber und Kernel

Inbetriebnahme neuer Hardware und Anpassung der Software-Plattform an spezifische Geräte.

  • Entwicklung und Pflege von Board Support Packages
  • Linux-Kernel-Anpassungen, Device-Tree-Pflege, Kernel-Patches
  • Treiber-Entwicklung im Kernel- und Userspace-Bereich
  • Bootloader-Anpassungen (U-Boot, Barebox)
  • Build-Automatisierung mit Yocto, Buildroot oder OpenEmbedded
  • Continuous Integration für Firmware-Pipelines

Reverse Engineering von Hardware

Analyse, Reanimation und Migration bestehender oder undokumentierter Hardware-Komponenten.

  • Analyse undokumentierter oder veralteter Hardware-Plattformen
  • Rekonstruktion proprietärer Protokolle (UART, SPI, I²C, CAN, herstellerspezifische Bussysteme)
  • Erstellung neuer Treiber für Legacy-Geräte ohne Hersteller-Support
  • Migration aus End-of-Life-Plattformen auf moderne, langfristig verfügbare Alternativen
  • Lab-Setup mit Logic-Analyzer, Oszilloskop und JTAG/SWD-Debugger

Security, Safety und Zertifizierung

Härtung, funktionale Sicherheit und Vorbereitung auf branchenspezifische Zulassungen.

  • Secure Boot, signierte Updates, verschlüsselte Datenhaltung
  • Härtung von Linux-Distributionen — BSI IT-Grundschutz, IEC 62443
  • Funktionale Sicherheit nach IEC 61508 oder ISO 26262
  • Vorbereitung auf Zertifizierungen — PTB (Messtechnik), BSI (KRITIS), FDA (Medizin)
  • Begleitung der CE-Konformitäts-Erklärung und Erstellung der technischen Dokumentation

Erfahrung und KI-gestützte Entwicklung

Im Tenvias-Kernteam und bei unseren Entwicklungspartnern arbeiten Softwareingenieure, deren Erfahrung im Embedded-Umfeld bis in die frühen 2000er Jahre zurückreicht — von Bare-Metal-Programmierung in Assembler und C über klassische 8-/16-Bit-Mikrocontroller, die Etablierung von Embedded Linux und ARM-Cortex-Architekturen bis zu heutigen IoT-Plattformen mit Yocto, Zephyr und Container-basiertem Edge-Computing.

Diese Tiefe zeigt sich besonders dort, wo es ungemütlich wird: undokumentierte Hardware, fehlende Datenblätter, Bring-up auf einer neuen Platine, Bus-Probleme, die nur mit dem Oszilloskop sichtbar werden. Auch Funktionale Sicherheit (FuSa) und IT-Sicherheits-Härtung erfordern Erfahrung jenseits von Tutorials — hier helfen wir dabei, Architektur und Prozesse so aufzustellen, dass die spätere Zertifizierung durchläuft.

Auch in Embedded-Projekten setzen wir KI-gestützte Entwicklungswerkzeuge ein — vor allem dort, wo die Aufgaben standardisiert sind: Treiber-Boilerplate, Test- und Mock-Erzeugung, Migrationsarbeiten zwischen Kernel-Versionen oder Yocto-Layern, Erzeugung von Schnittstellen-Stubs aus Datenblättern. In solchen Bereichen sehen wir Geschwindigkeitsgewinne von 30 bis 50 Prozent.

Hardware-Bring-up, Reverse Engineering und Lab-Arbeit bleiben dagegen menschengetrieben — KI ersetzt weder den Logic-Analyzer noch die Erfahrung, wann ein Pull-up-Widerstand fehlt. Die Verantwortung für Architektur, Sicherheit und Zertifizierungs-Tauglichkeit liegt beim Softwareentwickler; KI-generierter Code durchläuft Code-Reviews, Tests und CI-Pipeline wie jeder handgeschriebene Code.

Embedded-Projekt geplant — oder bestehende Hardware, die ans Limit kommt?

Wir bewerten Ihren Anwendungsfall, schlagen Plattform und Architektur vor und unterstützen die Umsetzung — gemeinsam mit Ihrem Team oder eigenständig.

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